Wann wird recycelt?

Die meisten Handys werden ausrangiert, obwohl sie noch funktionieren. Am besten ist es natürlich, wenn diese Geräte noch einmal verwendet werden können. Die zweitbeste Lösung ist ein hochwertiges Recycling.

Wie wird recycelt?

Bitte entfernen Sie vor der Abgabe Ihres alten Handys die SIM-Karte und Ihre persönlichen Daten (Foto: DUH).

Die gesammelten Handys werden umweltgerecht recycelt. Zunächst werden die Akkus, die gefährliche Stoffe enthalten, entfernt und fachgerecht entsorgt. Anschließend werden die Althandys mechanisch zerkleinert, um die einzelnen Bestandteile besser sortieren zu können. Die aussortierten Metalle, wie z.B. Kupfer, werden recycelt. Die Kunststoffe werden, aufgrund der Vielfalt verschiedener Farben und Kunststoffarten in Handys, in der Regel nicht stofflich, sondern energetisch verwertet.

Ein Mobiltelefon besteht zu rund 25 Prozent aus Metallen. Im Schnitt können pro recyceltem Gerät 150 mg Silber, 25 mg Gold und 9 Gramm Kupfer zurück gewonnen werden. Darüber hinaus sehr kleine Mengen an Palladium und Platin – das sind wertvolle und zum Teil seltene Metalle. Insbesondere die Leiterplatte des Handys enthält wertvolle Edelmetalle. Diese wird deshalb in einem speziellen weiteren Recyclingschritt behandelt – und zwar in einer modernen, entsprechend ausgestatteten Metallhütte (Schmelze). Hier werden diese sehr wertvollen Metalle abgetrennt und zurückgewonnen.

Damit stehen sie dem Rohstoffkreislauf wieder zur Verfügung. Pro Gerät sind dies zwar nur geringe Mengen – aber hochgerechnet auf alle jährlich gekauften Mobiltelefone kommt man schnell in den Tonnen-Bereich. In den weltweit jährlich über eine Milliarde verkauften Handys sind insgesamt 250 Tonnen Silber, 24 Tonnen Gold und 9 Tonnen Palladium enthalten.

Welche Edelmetalle werden zurückgewonnen?

Die folgenden Edelmetalle sind in alten Handys enthalten und werden beim Recycling zurückgewonnen:

  • Gold und Silber: Werden für korrisionsbeständige Kontaktoberflächen und Bond-Verbindungen eingesetzt.
  • Kupfer: Wird für die Herstellung von Leiterplatten verwendet.
  • Palladium: Wird für die Herstellung von Halbleitern, also Elektronikchips benötigt. Da es auch in Autokatalysatoren Verwendung findet, ist es ein sehr begehrter Rohstoff.

Darüber hinaus enthalten Handys wie andere Elektronikprodukte noch weitere Metalle und sogenannte „seltene Erden“. Diese kommen in den einzelnen Geräten nur in sehr geringen Mengen vor.

  • Zinn und Blei: Sind die Verbindungsmetalle beim Lötprozess.
  • Tantal: Ist ein Übergangsmetall und wird für die Kondensatoren in den Handys verwendet. Es wird aus Coltan gewonnen, einem Erz, das zu den so genannten Konfliktmineralien gehört.
  • Indium: Wird als Indiumzinnoxid (ITO) in Flachbildschirmen, Displays und Leuchtdioden eingesetzt.
  • Gallium: Wird als Galliumarsenid zur Umwandlung elektrischer in optische Signale verwendet.
  • Lithium: Ist in leistungsstarken Akkus enthalten. Die Nachfrage nach Akkus bei Elektroautos führt hier zu hohen Preisen.
  • Platin: Wird in Leiterplatten verwendet. Das Übergangsmetall ist wichtig für deren hochbelastbare und korrosionsbeständige Kontakte.

Ein Recycling dieser Rohstoffe ist teilweise technisch bereits möglich. Beim Recycling von Tantal und „seltenen Erden“ stoßen die aktuellen Verfahren jedoch an die Grenzen der Physik. Grundsätzlich gilt jedoch, je größer die Menge an getrennt gesammelten Elektrogeräten ist, desto effizienter ist das Recycling.

Das Ziel der Althandy-Initiative ist es deshalb, mit dem Handyrecyling einerseits zu einer verbesserten Sammlung und anderseits zum hochwertigeren Recycling der gesammelten Altgeräte beizutragen.