Durch die Wiederverwendung von 124 Millionen Althandys aus deutschen Schubladen könnten bis zu 7 Millionen Tonnen CO2-Emissionen eingespart werden – Über HandysfuerdieUmwelt.de können alte Handys kostenlos und umweltfreundlich gespendet werden – Jedes Gerät wird geprüft und repariert oder hochwertig recycelt – Daten werden nachweislich und sicher gelöscht – Zerstörung von Diensthandys ist illegal und unnötig, um Datenlöschung sicherzustellen – DUH fordert ein Recht auf Reparatur, um Reparierbarkeit und Verfügbarkeit von Ersatzteilen und Software-Updates sicherzustellen

Berlin, 17.10.2019: Zum Internationalen Tag der Reparatur am 19. Oktober ruft die Deutsche Umwelthilfe (DUH) Unternehmen, Behörden und Verbraucher zur Spende ausgedienter Mobiltelefone auf. Durch die Verwendung von 124 Millionen Althandys, die derzeit ungenutzt in deutschen Schubladen lagern, könnten bis zu 7 Millionen Tonnen CO2-Emissionen eingespart werden. Über die Plattform HandysfuerdieUmwelt.de der DUH können Verbraucher und Unternehmen alte Handys für eine Wiederverwendung oder ein umweltgerechtes Recycling spenden. Von der Politik fordert der Verband das Recht auf Reparatur, damit Elektrogeräte wie Smartphones einfacher und günstiger repariert werden können.

Gerade Unternehmen tauschen funktionierende Smartphones bereits nach zwei bis drei Jahren aus, um technisch auf dem neuesten Stand zu sein. Aus Sorge um vertrauliche Daten auf den ausgemusterten Dienstgeräten werden diese immer wieder illegal zerstört. Hier setzen wir mit unserer Handysammlung an, damit auch diese umweltfreundlich und sicher gespendet werden können. Schließlich lassen sich bereits mit einem aufbereiteten Smartphone 14 kg Ressourcen wie beispielsweise Erdöl oder Erze und 58 kg Treibhausgasemissionen einsparen“, erklärt die Stellvertretende Bundesgeschäftsführerin der DUH, Barbara Metz.

Laut den gesetzlichen Bestimmungen des Kreislaufwirtschafts- und des Elektroaltgerätegesetzes, dürfen funktionierende Altgeräte nicht ungeprüft zerstört werden, sondern sollten nach Möglichkeit aufbereitet werden.

Mit der Sammelinitiative HandysfuerdieUmwelt.de setzt sich die DUH seit 2003 für den bewussten Umgang mit und die Sammlung von alten Mobiltelefonen ein. So konnten die DUH und ihre Partner bis heute über drei Millionen ausgediente Handys sammeln. Die Initiative ermöglicht es Bürgern, Unternehmen und anderen Engagierten alte Mobiltelefone und Tablets zu spenden, um damit einen spürbaren Beitrag zum Umweltschutz zu leisten. Ausgediente Geräte können eingeschickt oder an einer Sammelstelle abgegeben werden. Interessierte können auch selbst eine Sammelbox bestellen und Sammelpartner werden.

Bei jedem gespendeten Gerät wird geprüft, ob es sich noch reparieren und wiederverwenden lässt. Persönliche Daten auf den Geräten werden dabei professionell und vollständig gelöscht. Teilnehmende Unternehmen und Organisationen erhalten einen Nachweis über die von der DEKRA zertifizierte Datenlöschung und die umweltgerechte Entsorgung. Sind Geräte nicht für eine Wiederverwendung geeignet, werden enthaltene Rohstoffe durch einen zertifizierten Recycler zurückgewonnen und Schadstoffe umweltgerecht behandelt.

Aus Sicht der DUH zeigen Smartphones den verschwenderischen Umgang mit Ressourcen besonders deutlich auf. In einer Studie untersuchte die DUH kürzlich die Umweltauswirkungen der Branche und erarbeitete Lösungsvorschläge. Die DUH fordert etwa ein Recht auf Reparatur, das gesetzliche Mindeststandards für eine bessere Reparierbarkeit, eine Absenkung der Mehrwertsteuer auf Reparaturen und gebrauchte Produkte sowie die Verfügbarkeit von Ersatzteilen und Software-Updates umfasst.

„Wir müssen den Trend zu immer kurzlebigeren und schwerer zu reparierenden Geräten stoppen. Hierfür müssen Hersteller von Smartphones in die Pflicht genommen werden, Software-Updates und günstige Ersatzteile für die gesamte Lebensdauer der Geräte anzubieten. Typische Ersatzteile wie Akkus und Displays müssen durch den Nutzer einfach ausgetauscht werden können“, fordert der Stellvertretende DUH-Bereichsleiter für Kreislaufwirtschaft Philipp Sommer.

Verbrauchern empfiehlt die DUH gebrauchte Geräte zu kaufen, sie möglichst lange zu nutzen und Schäden durch Schutzhüllen und Displayfolien vorzubeugen. Defekte Geräte sollten mit Hilfe von Reparaturwerkstätten und Repair-Cafés nach Möglichkeit repariert werden. Alte Handys sollten über Handysammlungen, wie HandysfuerdieUmwelt.de gespendet werden.

Links:

Flyer, Poster und Hintergrundinformationen zur Handysammlung: https://www.handysfuerdieumwelt.de

Studie zur Nachhaltigkeit von Smartphones sowie weitere Informationen zum Umgang mit Handys: https://www.duh.de/projekte/althandy/

Links und Hintergrundinformationen zur Abfallvermeidung durch Reparatur: https://www.duh.de/themen/recycling/abfallvermeidung/reparatur/

Tipps für den Kauf von Elektrogeräten: https://www.duh.de/themen/verbraucher/haushalt-garten-elektronik/kauftipps-fuer-elektrogeraete/

Positionspapier und Hintergrundinformationen zu Elektrogeräten: https://www.duh.de/themen/recycling/elektrogeraete/

Kontakt:
Barbara Metz, Stellvertretende Bundesgeschäftsführerin
0170 7686923, metz@duh.de

Philipp Sommer, Stellvertretender Leiter Kreislaufwirtschaft
030 2400867-462, sommer@duh.de

Thomas Fischer, Leiter Kreislaufwirtschaft
030 2400867-43, 0151 18256692, fischer@duh.de

DUH-Pressestelle:

Ann-Kathrin Marggraf, Marlen Bachmann
030 2400867-20, presse@duh.de

www.duh.de, www.twitter.com/umwelthilfe, www.facebook.com/umwelthilfe, www.instagram.com/umwelthilfe

Internationaler Tag der Reparatur: Deutsche Umwelthilfe ruft zur Spende alter Handys für bis zu 7 Millionen Tonnen weniger CO2 auf
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